
Hier ist die Umwelt noch in Ordnung:
Frauenschuh in freier Natur Akelei im Garten und freier Natur
Umweltkrise durch Elektronik- Müll
Die rasante Verbreitung von Computern und anderen elektronischen Geräten beschert
der Welt einer neuen Umweltstudie zufolge einen verheerenden Berg von Elektronik- Müll.
Die Produktion der Chips verschlinge zudem Chemikalien in gigantischem Ausmaß, stellt
das angesehene "Worldwatsch- Institute" in einer Studie fest.
"Die kurze Lebensdauer und die wachsende Zahl dieser Geräte fachen die steigende
Müllkrise weiter an", schreibt das Institut. Allein in Europa seien 1998 sechs Millionen
Tonnen Elektronik- Müll angefallen.
(548 ARDtext 23.6.2002)
Für die Zukunft heißt dies, daß mehr wiederverwertbare bzw. recycelbare
Bauelemente zum Einsatz kommen müssen.
Überflüssige Flaschen
Wasser aus der Leitung ist sauberer und ökologischer
Trinkwasser in Flaschen gilt in Industrienationen als natürlicher Fitmacher und unverzichtbar für einen
gesunden Lebensstil. Obwohl es bis zu 10 000 mal teurer ist als Leitungswasser und in vielen
Regionen wie Nordamerika und der EU geringeren Qualitätsstandards unterliegt, verzeichnet die Branche jährlich
stattliche Wachstumsraten von zehn Prozent. In Deutschland werden pro Jahr mehr als zehn
Milliarden Liter verkauft, damit steht das Land beim Konsum weltweit an sechster Stelle.
Den Ressourcenverbrauch durch Flaschenwasser beleuchtet eine Studie des amerikanischen Earth Policy Institut,
das sich für den ökologischen Umbau der Wirtschaft einsetzt. Die Autoren plädieren für einen Ausbau der öffentlichen
Wasserversorgung anstelle der weiteren Steigerung des Handel mit Flaschenasser. Weltweit geben Konsumenten 1
00 Milliarden Dollar für Flaschenwasser aus, das Budget für günstiger und umweltfreundlichere Wasserversorgung aus
der Leitung beträgt dagegen nur 15 Milliarden. "In Gebieten mit gutem Leitungswasser verbr4aucht der Kauf von
Flaschenwasser lediglich Energie und produziert unnötigen Müll", schreibt Autorin Emily Arnold. Etwa 70 Prozent der
Flaschen weltweit sind aus Polyethylenterephthalat (PET). Um die 154 Milliarden Liter abzufüllen, die 2004 weltweit
n den Verkauf gingen, wurden 2,7 Millionen Tonnen PET aus Erdöl hergestellt. In dem mit 26 Milliarden Litern größten
Wassermarkt USA wird für die Herstellung der Flaschen so viel Öl verbraucht, daß davon 100 000 Autos ein Jahr lang
betankt werden können.
Zusätzlich wird abgefülltes Wasser über lange Distanzen transportiert und verbraucht entsprechend Treibstoff. Fast
ein Viertel aller weltweit abgefüllten Flaschen reisen via Schiff, Zug und Lkw in andere Länder. Leer Plastikflaschen
benötigen tausend Jahre zum Kompostieren, Recycling zu neuen Flaschen gelingt nur mit einem Tel des PET-Müll.
Oft wird Plastikmüll deshalb verbrannt oder exportiert. Der größte Teil der deutschen Flaschen geht nach China und
zu Textilfasern recycelt. INKE SUHR
(aus SZ,5.4.2006,S.18)